Messgeräte, Einrichtungen, Räumlichkeiten, metrologische Rückführung, Beschaffung – auf den ersten Blick klingt das nach einem trockenen Verwaltungsthema. In der Praxis zeigt sich jedoch: Genau hier entstehen bei Begutachtungen durch Akkreditierungsstellen wie der Akkreditierung Austria (AkkA) oder der DAkkS immer wieder Abweichungen. Nicht weil die Anforderungen besonders kompliziert wären, sondern weil sie im Tagesgeschäft leicht aus dem Blick geraten. Dieser Artikel gibt Ihnen einen kompakten Überblick, was ISO/IEC 17025:2018, ISO/IEC 17020:2012 und ISO 15189:2022 in diesen Bereichen konkret fordern.
Alle drei Normen verlangen, dass Messgeräte und Einrichtungen für den vorgesehenen Zweck geeignet sind, korrekt bedient werden und in einem ordnungsgemäßen Zustand bleiben.
Was die Normen fordern:
Typisches Audit-Finding: Fehlende oder lückenhafte Gerätebücher, keine dokumentierten Wartungsintervalle, Geräte ohne eindeutige Kennzeichnung.
Unser Tipp: Führen Sie ein zentrales Geräteverzeichnis – idealerweise digital im METRAS Portal – das alle relevanten Informationen auf einen Blick bereithält: Gerätekennzeichnung, Standort, Kalibriertermine, Wartungshistorie und Verantwortlichkeiten.
Die Normen verlangen, dass Umgebungsbedingungen aktiv überwacht, dokumentiert und kontrolliert werden – sofern diese die Ergebnisqualität beeinflussen können.
Was die Normen fordern:
Typisches Audit-Finding: Temperaturüberwachung vorhanden, aber Aufzeichnungen fehlen oder sind lückenhaft. Zugangsregelungen zu Probenlagerräumen nicht dokumentiert.
Unser Tipp: Definieren Sie für jeden relevanten Arbeitsbereich die zu überwachenden Parameter und legen Sie Grenzwerte fest. Was außerhalb der Toleranz liegt, braucht eine dokumentierte Reaktion.
Die metrologische Rückführung stellt sicher, dass Messergebnisse auf nationale oder internationale Normale rückführbar sind – und damit vergleichbar und nachvollziehbar.
Was die Normen fordern:
Typisches Audit-Finding: Kalibrierzertifikate ohne Messunsicherheitsangabe, Kalibrierungen durch nicht akkreditierte Stellen ohne begründete Ausnahme.
Unser Tipp: Prüfen Sie bei jedem Kalibrierzertifikat: Ist die Messunsicherheit angegeben? Ist die Kalibrierstelle akkreditiert? Ist der Gültigkeitszeitraum noch aktuell? Diese drei Fragen vermeiden die häufigsten Befunde in diesem Bereich.
Beschaffung betrifft nicht nur den Einkauf von Verbrauchsmaterialien. Auch externe Dienstleister, Subkontraktoren und Lieferanten von qualitätsrelevanten Produkten müssen normkonform ausgewählt, bewertet und überwacht werden.
Was die Normen fordern:
Typisches Audit-Finding: Lieferantenliste vorhanden, aber keine dokumentierten Bewertungskriterien. Eingangsprüfungen nicht durchgeführt oder nicht aufgezeichnet.
Unser Tipp: Legen Sie für jeden Lieferantentyp klare Bewertungskriterien fest – und führen Sie die Bewertung tatsächlich durch. Eine Lieferantenliste ohne Bewertungshistorie erfüllt die Normforderung nicht.
Technische Infrastruktur und Beschaffung sind keine Randthemen der Akkreditierung – sie bilden das operative Rückgrat Ihres Managementsystems. Wer sie systematisch umsetzt und dokumentiert, geht gelassen in jede Begutachtung.
Unser Tipp: Nutzen Sie das METRAS Webinar am 13. Mai 2026 (9:30–11:00 Uhr), um diese Themen praxisnah zu vertiefen – mit konkreten Beispielen aus der Audit-Praxis für alle drei Normbereiche. Die Anmeldung ist kostenlos.
Im METRAS Portal verwalten Sie Geräteverzeichnisse, Kalibriertermine, Lieferantenbewertungen und Umgebungsüberwachungen an einem zentralen Ort – strukturiert, nachvollziehbar und audit-ready.
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