Seit 1. Jänner 2026 gibt es ILAC und IAF nicht mehr als getrennte Organisationen. An ihre Stelle ist die Global Accreditation Cooperation Incorporated getreten – kurz Global ACI. Für Ihr Managementsystem stellt sich damit eine sehr praktische Frage: Welche der Leitfäden und Pflichtdokumente, auf die Sie in Ihren Verfahren verweisen, gelten weiter – und welche tragen künftig einen anderen Namen?
Die Antwort steht in einem einzigen Dokument: der „Global ACI–IAF and ILAC Document Cross-Reference Table“. Die Version 14.0 vom 14. September 2026 ordnet auf 21 Seiten jedes alte ILAC- und IAF-Dokument seinem künftigen Global-ACI-Pendant zu. Wir haben die Tabelle für Sie durchgearbeitet und zeigen, welche Richtung erkennbar ist.
Bis Ende 2025 gab es zwei internationale Dachorganisationen mit zwei getrennten Regelwerken. Die ILAC (International Laboratory Accreditation Cooperation) war für den Laborbereich zuständig – also für Prüf- und Kalibrierstellen, medizinische Laboratorien, Inspektionsstellen, Anbieter von Eignungsprüfungen und Hersteller von Referenzmaterialien. Das IAF (International Accreditation Forum) deckte die Zertifizierungsseite ab, vor allem Managementsystem-, Produkt- und Personenzertifizierung.
Beide führten eigene Anerkennungsvereinbarungen: die ILAC MRA (Mutual Recognition Arrangement, gegenseitige Anerkennungsvereinbarung) und die IAF MLA (Multilateral Recognition Arrangement, multilaterale Anerkennungsvereinbarung). Global ACI führt beide in einer einzigen MRA zusammen. Der praktische Kern der Sache bleibt derselbe: Ein Prüfbericht, ein Kalibrierschein, ein Inspektionsbericht oder ein Befund aus einer akkreditierten Stelle soll weltweit ohne Doppelprüfung akzeptiert werden.
Die Generalversammlung von Global ACI hat zwei Beschlüsse gefasst, die für Ihre tägliche Arbeit entscheidend sind.
Beschluss 2025-25 hält fest, dass die eigenen Dokumente noch nicht fertig sind. Deshalb bleiben bis zur Ablöse durch gleichwertige Global-ACI-Dokumente weiter in Kraft:
Beschluss 2025-29 benennt zusätzlich einzelne MRA- und MLA-Dokumente, die referenziert bleiben. Dazu zählen unter anderem ILAC R7:05/2015 zur Nutzung des ILAC-MRA-Zeichens, ILAC P8:11/2023 zu Akkreditierungssymbolen und Aussagen zum Akkreditierungsstatus sowie ILAC G21:09/2012 zur grenzüberschreitenden Akkreditierung. Ein Datum lohnt die Notiz: IAF/ILAC A2:06/2023 ist ausdrücklich nur bis 10. März 2027 gültig.
Die Botschaft dahinter ist beruhigend: Es gibt keine Regelungslücke. Was Sie heute anwenden, gilt weiter, bis der Nachfolger da ist.
Am interessantesten ist, wie Global ACI seine Dokumente sortiert. Die alten Kürzel – ILAC G für Guideline, ILAC P für Policy, IAF MD für Mandatory Document (verpflichtendes Dokument), IAF ID für Informative Document (informatives Dokument) – verschwinden zugunsten einer durchgängigen Systematik. Jedes Dokument erhält eine Kategorie und eine laufende Nummer:
| Kategorie | Inhalt |
|---|---|
| Global ACI-GOV | Satzung, Geschäftsordnung, Ausschüsse |
| Global ACI-MS / FMS | Managementsystem der Organisation und zugehörige Formblätter |
| Global ACI-FIN | Finanzen, Mitgliedsbeiträge |
| Global ACI-MRA / FMRA | Anerkennungsvereinbarung, Begutachtung der Akkreditierungsstellen, MRA-Zeichen |
| Global ACI-ACC | Akkreditierungsdokumente allgemein |
| Global ACI-TECH-1 | Laboratorien: Prüfung, Kalibrierung, medizinische Laboratorien |
| Global ACI-TECH-2 | Inspektionsstellen |
| Global ACI-TECH-3 | Zertifizierungsstellen und Managementsysteme |
Für Konformitätsbewertungsstellen sind vor allem TECH-1 und TECH-2 relevant. Wer Managementsysteme zertifiziert, findet sich in TECH-3 wieder.
Die Tabelle zeigt außerdem den Bearbeitungsstand: Ein Dokument mit Versionsnummer und Ausgabedatum ist bereits als Global-ACI-Dokument veröffentlicht. „In process“ heißt, die Überarbeitung läuft. „Not started“ heißt, hier ist noch nichts passiert – das alte Dokument gilt unverändert weiter.
Ein Blick auf die Dokumente, die in Prüf-, Kalibrier- und Inspektionsstellen sowie in medizinischen Laboratorien tatsächlich im Einsatz sind.
Bereits als Global-ACI-Dokument veröffentlicht:
Noch in Bearbeitung – hier gilt das ILAC-Dokument unverändert weiter:
Noch nicht begonnen: die Harmonisierung der Arbeit mit den Regionen (ILAC P12 beziehungsweise IAF MD 12), die grenzüberschreitende Akkreditierung (ILAC G21:09/2012) und die Leitlinien für Begutachterschulungen (ILAC G3:08/2020).
Für alle akkreditierten Stellen wichtig: Die Nutzung des Anerkennungszeichens und die Aussagen zum Akkreditierungsstatus sind bereits neu geregelt – in Global ACI-MRA-006 (1.0, 23. Oktober 2025). Dieses Dokument löst IAF ML 2:2023, ILAC R7:05/2015 und ILAC P8:11/2023 ab. Die zugehörigen Nutzungsvereinbarungen liegen als FMRA-005 und FMRA-006 vor.
Erstens: Inhaltliche Kontinuität, formale Umbenennung. Fast alle bereits veröffentlichten Global-ACI-Dokumente tragen die Version 1.0 und übernehmen den Inhalt des Vorgängerdokuments. Die Überführung ist derzeit eine Ordnungsarbeit, keine inhaltliche Verschärfung. Fachliche Überarbeitungen sind nach der Umstellung zu erwarten, nicht währenddessen.
Zweitens: Ein Regelwerk statt zweier paralleler Stränge. Wo ILAC und IAF bisher dasselbe Thema zweimal geregelt haben – etwa bei Tätigkeiten in mehreren Ländern oder bei der grenzüberschreitenden Akkreditierung – entsteht künftig ein Dokument. Das reduziert Auslegungsspielräume und Widersprüche.
Drittens: Transitionsregeln erhalten einen eigenen Dokumententyp. Neu in der Tabelle sind Dokumente mit einem Fristdatum im Namen, etwa „Global ACI-TECH-3-TR 2029-03-31″ für die Umstellung auf ISO/IEC 17024:2026. „TR“ steht dabei für Transition, also Übergang. Übergangsfristen werden damit nachvollziehbar und auffindbar – ein Fortschritt gegenüber der bisherigen Praxis, in der Fristen über verschiedene Beschlüsse verstreut waren.
Ihre Norm verlangt die Lenkung extern bereitgestellter Dokumente: EN ISO/IEC 17025:2017 Kapitel 8.3, EN ISO 15189:2022 Kapitel 8.3 und die entsprechende Festlegung in der EN ISO/IEC 17020. Genau dort schlägt die Umbenennung auf.
Zeitkritisch ist aus unserer Sicht vor allem ein Punkt: die Zeichen- und Statusaussagen nach Global ACI-MRA-006. Sobald Ihre Akkreditierungsstelle das neue Zeichen freigibt, betrifft das Ihre Berichte, Befunde und Zertifikate direkt – also das, was Ihre Kundinnen und Kunden in der Hand halten.
Aus zwei Regelwerken wird eines, aus verstreuten Kürzeln eine nachvollziehbare Systematik. Für akkreditierte Stellen ist das mittelfristig eine Erleichterung. Kurzfristig bedeutet es vor allem: gut hinschauen, welche Nummer in Ihren Dokumenten steht, und die Änderungen geordnet nachziehen statt hektisch.
Genau dafür ist Dokumentenlenkung da. Wenn Ihr Verzeichnis der mitgeltenden Dokumente gepflegt ist, hält sich der Aufwand in engen Grenzen. Wenn es das nicht ist, zeigt Ihnen dieser Übergang sehr deutlich, wo die Lücken sitzen.
Sie möchten wissen, welche der genannten Dokumente in Ihrem Managementsystem tatsächlich verankert sind – und wie Sie die Umstellung ohne Mehraufwand organisieren? Vereinbaren Sie jetzt ein Erstgespräch. Wir sehen uns Ihr Dokumentenverzeichnis gemeinsam an und zeigen Ihnen, wie das METRAS Portal die Lenkung externer Dokumente für Sie übernimmt.